Ist die EEBus Initiative auf dem Weg zum Smart Home Standard?

Eigentlich wollte ich schon länger etwas über die Allseen-Alliance schreiben.  Das ist das größte Bündnis von Unternehmen, das sich mit der Kommunikation von Geräten untereinander im Internet-of-Things beschäftigt. Die Besonderheit daran ist, dass der Austausch über Open-Source-Software erfolgt. Ich hoffe, dass ich bald mal dazu kommen werde Euch dieses Bündnis vorzustellen, das immerhin 140 Mitglieder aufweisen kann.

Ein weiter Sprung auf dem Weg zum Smart Home Standard, Foto: stokpic.com
Ein weiter Sprung auf dem Weg zum Smart Home Standard, Foto: stokpic.com

1. Plugfest der EEBus Initiative in Offenbach

Ein anderes Bündnis wächst an und möchte zum internationalen Smart-Home Standard werden. Bereits 15 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen können Produkte für den EEBus-Standard vorzeigen. Gezeigt wurden diese Anwendungen im Rahmen des ersten Plugfestes der EEBus Initiative im VDE-Institut in Offenbach.

„Die guten Ergebnisse bei der Vernetzung so vieler Teilnehmer unter realistischen Bedingungen zeigt, dass das zugrundeliegende EEBus-Konzept erneut seine Praxis-Tauglichkeit und Effektivität unter Beweis gestellt hat“, sagt Peter Kellendonk. Vorsitzender der EEBus Initiative. „Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum internationalen Standard im Bereich Smart Home und Smart Grid.“

Beteiligt an der umfassenden Vernetzungs-Präsentation waren:

  • Hausgeräte-Hersteller wie Bosch und Siemens Hausgeräte sowie Miele
  • die Heizungsunternehmen Vaillant und Wolf (Heizung)
  • Unternehmen der Gatewaytechnologie (Intel, Murata, Devolo)
  • Wechselrichter- (Kostal) und System-Lieferanten (SMA, Busch Jaeger, Diehl, Fraunhofer)
  • Unternehmen der Energiebranche (MVV – Beegy, Ebee).
  • Firmen aus dem Bereich Zahlungsverkehr und Transaktionssysteme (Worldline)
  • Ein Elektroauto (ein BMW Active E) war ebenfalls Bestandteil der präsentierten Anwendungen.

Die Prüfingenieure des VDE-Instituts konnten die Interoperabilität der Geräte aller Teilnehmer mit Hilfe des neuen VDE-Testsystems verifizieren. Dieses Vorgehen gibt Kunden und Vernetzungs-Partnern die Sicherheit, dass der Informationsaustausch bei den für den Markteintritt vorgesehenen Produkten auch im Anwendungsalltag funktioniert. Nur
wenn man dies unter für allen gleichen Bedingungen und beim konkreten Zusammenspiel der späteren Seriengeräte geprüft habe, ist eine reibungslose Kommunikation möglich.

Erfolgreiche Integration internationaler Unternehmen in EEBus

Peter Kellendonk freute sich bei der Analyse des Plugfestes vor allem über die erfolgreiche Integration internationaler Unternehmen wie Intel, Worldline oder Murata.

„Die weltweite Einigung bei der Vernetzungstechnik ist unser Grundprinzip und Voraussetzung für eine für eine unbeschränkte Interoperabilität.“

Nur so sei es möglich, Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz allgemein zu steigern Auf dem Gebiet der internationalen Zusammenarbeit gibt es parallel zu dem durchgeführten Plugfest weitere entscheidende Fortschritte. So wurde Mitte März auf der CeBIT eine strategische Kooperation zwischen der EEBus Initiative e.V. (EEBus e.V.) und dem Open Interconnect Consortium (OIC) verabredet. Mitglied bei OIC sind zahlreiche Weltmarktführer wie Acer, Cisco, Dell, GE, Honeywell, Intel, Lenovo, Samsung und Siemens. Beide Initiativen verabredeten, gemeinsam eine weltweite Interoperabilität elektronischer Geräte zu schaffen.

Mehr Anwendungen möglich durch weltweite Kooperationen

Ende 2014 hatte sich die EEBus Initiative auch mit den beiden anderen führenden europäischen Smart Energy/ Smart Home Initiativen AGORA sowie Energy@home auf ein solches Vorgehen verständigt. Mit einem Schlag potenziert sich dank der weltweiten Kooperationen die Zahl der möglichen Anwendungen. Die elektronischen Geräte sind beliebig kombinierbar. Den Alltag durch benutzerfreundliche und umfangreiche Funktionalitäten einfacher und komfortabler zu gestalten ist ein wesentlicher Vorteil dieser Interoperabilität.

Darüber hinaus ermöglicht eine umfassende Konnektivität den Nutzern, eine aktive Rolle auf dem Energiemarkt einzunehmen, bedingt durch eine Effizienzsteigerung beim Einsatz erneuerbarer Energien, Das bringt sowohl Vorteile für die Umwelt – durch die Senkung der CO2 Emissionen – als auch für den Verbraucher, durch verringerte Energiekosten.

Für mich sind die Internationalisierung und die Interoperabilität die entscheidenden Aspekte. Denn nur wenn die Geräte und Anwendungen auch mit vielen weiteren Geräten und Systemen kommunizieren können, besteht die Chance auf einen Standard im Smart-Home Sektor.

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Über Andreas Kühl

Blogger mit großer Leidenschaft zur Online-Kommunikation in sozialen Netzwerken. Mein Hauptinteresse gilt den Themen Energieeffizienz, erneuerbarer Energien, energiesparendem Bauen, sowie der intelligenten Verknüpfung dieser Welten.

Ein Gedanke zu „Ist die EEBus Initiative auf dem Weg zum Smart Home Standard?

  1. Danke für den interessanten Beitrag, Andreas.

    Trotz der Kooperation mit OIC sehe ich die Erfolgsaussichten von EEBus eher skeptisch. Es ist (noch) eine sehr deutsche Initiative und ob die beteiligten Unternehmen es wirklich schaffen, ihre Ideen und Konzepte von Home Automation und IoT international durchsetzen können, halte ich für fraglich. Wenn es wenigstens eine pan-europäische Initiative wäre, wären die Chancen vielleicht höher. Der GSM-Standard zum Beispiel ist aus einer gemeinsamen Initiative der französischen und deutschen Regierung hervorgegangen und sehr erfolgreich geworden.

    Überhaupt bin ich skeptisch, was all diese Kooperationen betreffen. Ob DER neue Standard im Konsens entwickelt wird, ist fraglich. Mir scheint es mindestens ebenso wahrscheinlich, dass ein Player (möglicherweise einer, den wir noch gar nicht auf dem Schirm haben) einfach ein attraktives Angebot aufbaut, bei dem nach und nach alle anderen mit dabei sein wollen – so wie seinerzeit iTunes, Apples App Store usw.

    Interessant ist ja auch, dass etliche der großen Tech-Unternehmen auf mehreren Hochzeiten tanzen. Noch ist sich keiner sicher, welches Pferd gewinnt und so wollen alle überall ein bisschen mit dabei sein.

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