Sehr schön, meine Skepsis sehe ich bestätigt und besser ausformuliert.
]]>Das Smart Home dagegen ist so dynamisch – praktisch alles wird per Smartphone/Apps gesteuert, die vor dem iPhone nicht denkbar gewesen wären – dass eine klassische Normierung zum derzeitigen Zeitpunkt absolut keinen Sinn macht. Der Lebenszyklus von Handys ist so kurz und ihre Technologie ändert sich so rasant, dass niemand die Zukunft mit Normen beschreiben könnte. Im Gegenteil könnte damit die Innovation und der Erfolg im Markt sogar gebremst werden.
Ich bin überzeugt, dass sich zunächst eine, möglicherweise auch zwei, de-facto Standard-Plattformen entwickeln werden, um die herum die meisten Smart-Home-Angebote gestrickt werden. Diese werden die Technologie vorgeben und Firmen, die versuchen, gegen den Strom zu schwimmen, werden an den Rand gedrängt werden.
Diese de-facto Standard-Plattformen könnten gezielt von einigen Firmen etabliert und gepusht werden (z.B. Google, Telko-Firmen,…) oder sich aus kleinen Startups oder sogar Non-Profits entwickeln (so wie seinerzeit Wikipedia, Twitter). Der Netzwerk-Effekt wird auf kurz oder lang in jedem Fall zu einer sehr überschaubaren Zahl von Plattformen führen. Und ich sage mal: Keine davon wird aus einem deutschen Normungsgremium kommen.
Damit will ich die VDE Arbeit aber nicht komplett kritisieren. Sehr nützlich ist zum Beispiel das Auflisten und Abarbeiten existierender Standards in den betroffenen Bereichen. Es hilft Neueinsteigern, Überblick zu gewinnen und zeigt vielleicht auch, wo bestehende Standards an neue Realitäten angepasst werden müssen. Auch die Betonung von IT-Sicherheit/Datenschutz ist äußerst hilfreich. Zuviele Startups konzentrieren sich zunächst auf Features, die dem User unmittelbar etwas bringen und blenden andere wichtige Bereich komplett aus.
In jedem Fall bleibt es spannend und wir können in 2-3 Jahren die Roadmap ja nochmal rausholen und schauen, ob und wieviel sie gebracht hat.
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